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Opel: Die Tradition im Motorsport lebt wieder auf

Über Jahrzehnte hat Opel den Motorsport geprägt. Weniger in den Top-Regionen der Formel 1 als im Breitensport mit möglichst seriennahen Fahrzeugen, um die Identifikation der Fans mit der Marke und den Produkten zu fördern. Trotz oder gerade wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation besinnen sich die Rüsselsheimer ihrer langen Rennsportgeschichte und treten 2013 wieder mit zwei neuen Programmen an.

Mit den beiden künftigen Motorsportprogrammen möchte Opel dort anknüpfen, wo die Marke in der Vergangenheit so erfolgreich war. Im Rallye-Sport und auf der Rundstrecke. Die sportlichen Erfolge von Opel basierten seit jeher auf dem Breiten- und Kundensport. Auf dieser bewährten Basis soll es 2013 weiter gehen: in Form eines international ausgerichteten Rallyeprogramms mit dem neuen Opel Adam und einem auf Deutschland konzentrierten Rundstreckenprogramm mit dem neuen Astra OPC. Das Ziel dabei ist, Kundensport auf hohem technischem Niveau und zu überschaubaren Kosten zu ermöglichen und dabei ambitionierten Nachwuchsfahrern eine Plattform zu bieten, ihr Talent kontinuierlich weiter zu entwickeln.Opel: Die Tradition im Motorsport lebt wieder auf

Im Rahmen der Rallye-Aktivitäten betritt Opel gleich die internationale Bühne. Der Adam geht in ganz Europa an den Start. Damit tragen die Verantwortlichen dem Umstand Rechnung, dass sich der Rallye-Sport in vielen Ländern einer großen Popularität erfreut. Attraktiv für einen Hersteller ist zudem das stabile Reglement, das die Motorsportbehörde FIA entwickelt hat. Es bietet ideale Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten für junge Fahrer. Um das Angebot auf eine breite Basis zu stellen, hat Opel ein Paket zu einem attraktiven Preis geschnürt. Für rund 25 000 Euro erhält der Interessent ein einsatzfähiges Fahrzeug. Der frontgetriebene Adam verfügt neben den obligatorischen Sicherheitseinrichtungen für Fahrer und Beifahrer über einen Vierzylindermotor mit 1,6 Litern Hubraum, der 102 kW/140 PS entwickelt. Im Rahmen der ADAC Rallye Masters-Rennserie werden diese Kundenfahrzeuge einen Markenpokal (ADAC Opel Rallye Cup) ausfahren. Der Reiz des Wettbewerbs erhöht sich unter anderem dadurch, dass für den erfolgreichsten Fahrer attraktive Prämien winken: eine "Rallye-Junior"-Sonderwertung für Piloten bis 27 Jahre und zusätzliche Förderung des Siegers in der nachfolgenden Rallye-Saison.

Mit dem Rallye-Adam, der 2014 in einer weiteren Leistungsstufe mit rund 140 kW/190 PS geplant ist, pflegt Opel bewährte Partnerschaften. Der ADAC suchte schon lange einen deutschen Hersteller, der ein tragfähiges Programm für die Nachwuchsförderung im Rallye-Sport mit trägt. Das Ziel des Autoclubs ist ambitioniert. Mittel- bis langfristig soll aus dem Förderprogramm wieder ein deutscher Fahrer für die Weltspitze als legitimer Nachfolger von Walter Röhrl erwachsen. Den Aufbau und die technische Betreuung des Autos übernimmt das Team von Holzer. Die Brüder Roland und Günther Holzer sind bereits seit den Siebzigern mit Opel im Motorsport verbunden.Opel: Die Tradition im Motorsport lebt wieder auf

Der "Astra OPC Cup" ist ein Projekt, das sich besonders nahe an den Serienprodukten des "Opel Performance Center" bewegt. Der Astra OPC mit 206 kW/280 PS markiert momentan das Spitzenmodell im Angebot der kompakten Baureihe aus Rüsselsheim. Er verfügt über eine Basis, mit der er ohne große Veränderungen ab 2013 im Langstreckenpokal der VLN-Rennserie auf dem Nürburgring und beim 24-Stundenrennen in der Eifel antreten kann. In der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) ist Opel genauso wenig weg zu denken wie im gesamten Tourenwagensport. Der letzte Gesamtsieg der Rüsselsheimer in der Eifel datiert aus 2003. Das Herz der Meisterschaft bilden jedoch die Privatfahrer, die mit dem Astra OPC ein erfolgsträchtiges Einsatzfahrzeug erhalten sollen, das für Klassensiege gut ist.

Um Kundensport auf hohem technischen Niveau zu überschaubaren Kosten zu ermöglichen, hat Opel ein Leistungspaket zusammengestellt, das in seinem Umfang derzeit konkurrenzlos ist. Aufbau und Entwicklung des "Astra OPC Cup" erfolgten in enger Kooperation mit dem bewährten Opel-Partner und Nürburgring-Spezialisten "Kissling Motorsport". Die Kundenfahrzeuge werden bei allen zehn Läufen der VLN-Saison antreten und dort einen eigenen Markenpokal – den Astra OPC Cup – untereinander ausfahren. Als Saisonhöhepunkt ist die Teilnahme am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring vorgesehen.Opel: Die Tradition im Motorsport lebt wieder auf

Der Astra OPC "Cup" übernimmt den Zweiliter-Turbomotor aus der Serie. Dank etwas Feinarbeit steigt die Leistung auf rund 220 kW/300 PS bei 5 600 U/min. Die Kraftübertragung erfolgt via Sechsganggetriebe und Sperrdifferential auf die Vorderräder. Das auf 1 280 Kilo abgespeckte Auto rollt auf 18-Zoll-Rädern. Zur technischen Spezifikation gehören unter anderem eine Leichtbaukarosserie mit Carbonkomponenten und integrierter Sicherheitsstruktur, ein mehrfach verstellbares Performance-Fahrwerk, ein Rennsitz mit Vorbereitung für das HANS-Sicherheitssystem, ein Display-Loggersystem mit Datenaufzeichnung und – auf Wunsch – eine Schnellhebeanlage.

Die erfolgreiche Opel-Ära im Rallye-Sport begann Mitte der siebziger Jahre. Eng verbunden mit dem Namen Walter Röhrl, einem der besten Rallye-Piloten aller Zeiten. Die Verbindung mit Opel führte zu dem Europameistertitel 1974 mit dem Ascona A. Die Krönung dieser Ära, war der Weltmeistertitel 1982 auf dem legendären Ascona 400.

Eine weitere Domäne der Rüsselsheimer war die Rundstrecke

Im Tourenwagen-Breitensport feierte die Marke mit dem Blitz vor allem auf ihrer "Heimatstrecke", der Nürburgring-Nordschleife, unzählige Erfolge. Im Profibereich etablierte sich ab 1993 der von Manuel Reuter gesteuerte Calibra V6 zur Ikone der Fans, zunächst in der DTM und schließlich mit dem Titelgewinn 1996 in der Nachfolgeserie ITC. Weitere Highlights: die Markenmeisterschaft 1998 in der DTM/ITC-Nachfolgeserie STW mit dem Vectra und der Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2003 auf einem Astra V8 Coupé. Ab 2013 sollen die nächsten Kapitel geschrieben werden.

Thomas Lang/mid

auto.de/(tl/mid)

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