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Tradition: 40 Jahre BMW 5er - Vom Beau aus Bayern zum Bestseller für Besserverdienende

Bilder von Prototypen und Erlkönigen des neuen bayerischen Businessliners geisterten schon seit zwei Jahren durch die Presse und dennoch gelang BMW ein Überraschungscoup als unmittelbar nach den Olympischen Spielen in München am 13. September 1972 die Baureihe E12 enthüllt wurde. Statt der von den Medien erwarteten Modellbezeichnung "2004" lautete die Typnummer der neuen Limousine "520". Gesprochen "fünf-zwanzig", wie eine entsprechende Presseinformation mitteilte. Fortan sollte bei jedem BMW die erste Ziffer für die Fahrzeugklasse stehen und die beiden folgenden Ziffern Hubraum oder Leistung symbolisieren. Eine Systematik, die Bob A. Lutz als Marketing Vorstand entwickelt hatte und die später von vielen anderen Marken adaptiert wurde.

Viel wichtiger als die neue Typenbezeichnung, die anfangs an V8-Ikonen wie den 501 und 503 erinnern sollte,  waren natürlich Form und Technik des lange erwarteten Nachfolgers der Neuen Klasse (BMW 1500 bis 2000). Auch hier verblüffte der erste 5er Presse und Publikum. Zwar zeigte die Limousine noch Einflüsse der von Bertone gezeichneten Coupé-Studie BMW Garmisch aus dem Jahr 1970, im Wesentlichen war der 5er aber bereits vom neuen BMW-Chefdesigner Paul Bracq Mit der ersten Generation des 5ers setzte BMW fast alles auf Anfanggezeichnet worden. Bracq kreierte damit den härtesten Rivalen des ebenfalls von ihm entworfenen "Strich-Acht"-Mercedes. Als "Beau aus Bayern" feierten die Medien den 520, der Sportlichkeit mit repräsentativer Eleganz kombinierte und bei BMW eine neue Designära einleitete.
In Stuttgart wird man darüber wenig erfreut gewesen sein, jedenfalls schickte Mercedes 1972 die großen Sechszylinder 280 und 280 E als neue Leistungsträger ins Rennen. Im Vergleich dazu gaben sich die beiden altgedienten Vierzylinder im 520 und 520i - sie stammten noch aus dem BMW 2000 - geradezu kleinbürgerlich-bescheiden. Ein Jahr später wurde der Makel beseitigt, mit dem 525 ergänzte ein standesgemäßer Sechszylinder das Motorenangebot der BMW-Limousinen. Der Einstieg in den feinen Club der Sechszylinder-Mittelklasse war gelungen. Was damals noch niemand ahnte: Sechs Generationen und sechs Millionen Einheiten später zählt der 5er zu den meistverkauften Businesslinern aller Zeiten.
Allerdings waren die Anforderungen an die neue Münchner Mittelklasse von Anfang groß. Schließlich sollte der 5er Eberhard von Kuenheims Meisterstück werden. Von Kuenheim hatte zwei Jahre zuvor den Vorstandsvorsitz der BMW AG übernommen und wollte mit dem 5er dem ewigen Konkurrenten aus Stuttgart davonfahren. Bis dahin sollte es zwar noch dauern, aber tatsächlich übertraf schon der erste 5er alle Erwartungen. Von Kuenheim erklärte ihn bei der Vorstellung zum "Auto, das auch noch 1980 modern sein wird". Die völlig neu konstruierte Limousine hielt sogar noch länger durch. So präsentierte sich sogar der 1981 lancierte Nachfolger, die Baureihe E28, optisch nur als gründliches Facelift des E12, des ersten 5ers also, der mit insgesamt fast 700.000 verkauften Einheiten den Markterfolg der Neuen Klasse mehr als verdoppeln konnte.
Bis dahin hatten die 5er aber einige Hindernisse zu überwinden. Die notwendige neue Sicherheitstechnik und eine komfortbetonte Ausstattung machte 520 und 520i deutlich schwerer als die Vorgängermodelle BMW 2000 und 2000 TII und damit ähnlich behäbig wie den biederen Audi 100. Erst 1973 und 1975 nachgeschobene Sechszylindermotoren sorgten für die Dynamik, mit denen die Typen 525 und 528 Anschluss an die deutschen Kontrahenten fanden, zu denen damals auch die Die erste Ziffer bei BMW steht für die Fahrzeugklassestarken Ford Granada und Opel Commodore zählten. Den Fuhrpark der deutschen Bundesregierung dominierte zwar Mercedes, aber immerhin konnte Kanzler Willy Brandt schon 1972 bei einem Besuch des BMW-Werks versichern, dass seine Frau ihn in einem weiß-blauen Auto fahre.
Nachdem der Absatzeinbruch durch die erste Ölkrise von 1973/74 überwunden war und die 5er zum Modelljahr 1977 eine gründliche Modellpflege erfahren hatten, ging es stetig nach oben mit den Verkaufszahlen und dem Leistungsportfolio. Erster spektakulärer Höhepunkt war der 160 kW/218 PS starke M535i der BMW Motorsport GmbH, die damals schnellste Mittelklasselimousine der Welt. Mit einem noch breiteren Motorenspektrum konnte die im Juli 1981 vorgestellte zweite 5er Generation aufwarten, die sich optisch nur bei genauem Hinsehen vom Vorgänger unterschied. Rekordverdächtige "M-Power" im ersten M5 (210 kW/286 PS), kräftige Katalysatorversionen und der schnellste Diesel sollten die Baureihe E28 beflügeln und damit Spaß und Sparsamkeit vereinen. Ganz so wie es in den 1980er Jahren die leistungsbewusste "Generation GTI" erwartete und die neue gesellschaftliche Diskussion um das Waldsterben erforderte. 

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