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Test: Nissa Juke 1.6 DIG-T 4x4i - Sportlich, durstig, laut!

Von Holger Zehden -

Mit dem Juke stieß Nissan anno 2010 in das Segment der Klein-SUVs vor. Nicht genug, dass die Japaner damit praktisch ein neues Fahrzeugsegment schufen – aktuell kommt ein Mini Countryman dem Juke wohl noch am nähsten – der Juke sollte auffallen. Das ist den Ingenieuren und Designer durchaus gelungen. Der froschgesichtige Juke polarisiert und findet doch viele Anhänger. Und auch wenn sich der Nissan Juke vornehmlich als Fronttriebler durch Innenstädte schlängelt, bieten die Japaner ihn in der Topversion als durchaus geländegängies Spaßmobil mit Allradantrieb und 140 kW/190 PS an. Genau dieses Modell bat auto.de zu Test.

Kaum Konkurrenz

Der Nissan Juke ist mittlerweile ein alter Bekannter, man kennt ihn auf deutschen Straßen. Nicht unbedingt aufgrund exorbitant hoher Zulassungszahlen, sondern vielmehr weil er auffällt. Dabei geht es nicht unbedingt nur um die gewöhnungsbedürftige Froschoptik, sondern eher darum, dass der Nissan Juke bislang kaum Konkurrenz zu fürchten hat. Einzig der Mini Countryman schlägt in die gleiche Kerbe als Mischung aus Kleinwagen und SUV, kostet jedoch deutlich mehr. Zu einem zum Juke konkurrenzfähigen Preis dürfte erst Ende 2012 der Opel Mokka auf den Markt kommen. Ob dieser – in geschrumpfter Antara Optik – jedoch die Zielgruppe genauso anspricht wie der Juke, bleibt abzuwarten.

Racer-Qualitäten dank GT-R GenenTest: Nissa Juke 1.6 DIG-T 4x4i - Sportlich, durstig, laut!

Der Juke soll alles sein: Kleinwagen für die Stadt, Offroader fürs Gelände und Sportwagen. Ja selbst Motorradfahrer will Nissan mit der Mittelkonsole in Zweirad-Optik ansprechen. Der zahme Fronttriebler mit Einstiegsbenziner, der sich bereits im auto.de Test beweisen musste, war für den Stadverkehr ausreichend motorisiert. Für Ausflüge ins Gelände eignete sich der Juke mit Frontantrieb genauso wenig, wie für schnelle Sprints und rasante Kurvenhatz. Ganz anders das nun getestete Topmodell. Dank turboaufgeladenen 140 kW/190 PS und Allradantrieb, schießt der kleine Juke los wie die Feuerwehr. Das stufenlose CVT-M6-Automatik-Getriebe bringt die 240 Nm Drehmoment bereits frühzeitig auf alle vier Räder. In Kurven sorgt das sogenannten Torque-Vectoring - das aus dem Supersportler GT-R entlehnt wurde – dafür, dass jedes Rad einzeln so abgebremst wird, dass der Juke optimalen Grip behält und wie auf Schienen um die Kurve zirkelt. So viel Agilität hatten wir dem Zwerg gar nicht zugetraut. Auch durch leichtes Gelände wühlt sich der Juke auf allen Vieren vortrefflich. Aufgrund der begrenzten Bodenfreiheit und Böschungswinkel darf man hier jedoch keine Wunder erwarten. Der Juke ist – wie fast alle SUVs – eher ein Auto für die Straße.

Stolperstein Getriebe

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Trotz positiven Fahreigenschaften und großem Spaßfaktor, entpuppt sich das Automatik-Getriebe als Stolperstein für den Juke. Im Zweirad-Modus verliert der Juke seinen Biss, nimmt das Gas von unten heraus nur verzögert an. Eigentlich soll das abkoppeln der Hinterachse vom Antrieb beim Kraftstoff sparen helfen, was beim Juke 4x4 jedoch kaum gelingt. Das CVT-M6-Getriebe verfällt auch bei normaler Beschleunigung stets in unangenehm hohe Drehzahlregionen um dort zu verharren, bis die erwünschte Geschwindigkeit erreicht ist. Darunter leidet nicht nur der Verbrauch sondern auch die Ohren. 7,5 Liter gibt Nissan für den Top-Juke als Normverbrauch an, auf die man realistisch jedoch locker zwei Liter drauf rechnen sollte. Bewegt man den kräftigen Juke ausschließlich in der Stadt, erlebt man an der Zapfsäule sein blaues Wunder. 10,2 Liter Normverbrauch in urbanen Gefilden sind keine Übertreibung. Auch hier kann man stattdessen noch ein wenig drauf rechnen.
Test: Nissa Juke 1.6 DIG-T 4x4i - Sportlich, durstig, laut!

Interieur und Platzangebot

Wie bei der äußeren Hülle, setzen die Nissan-Ingenieure auch bei der Gestaltung des Innenraums das ungewöhnliche Design des Juke fort. Die Mittelkonsole des Juke erinnert entfernt an ein in den Boden versenktes Motorrad, aus dessen Tank der Gangwahlhebel ragt. Auch das Armaturenbrett wird von dynamischen Rundungen dominiert. Der großflächige Einsatz von Kunststoff ist dem Segment und Preisniveau geschuldet, hinterlässt jedoch insgesamt einen wertigen Eindruck. Auch die Verarbeitung ist gut. Das Armaturenbrett ist übersichtlich und aufgeräumt. Klassische Rundinstrumente informieren über Drehzahl und Geschwindigkeit. Dazwischen liegt das Display des Bordcomputers. Über das Multifunktionslenkrad lassen sich Radio und Navi auch während der Fahrt leicht bedienen.

Die Ledersitze unseres Testwagens gaben guten Kurvenhalt und zeigten sich auch bei längerer Fahrt durchaus komfortabel. Für zwei bietet der Nissan Juke viel Platz. Sollen auch im Fond Passagiere transportiert werden, spürt man dem Juke dann doch seine Kleinwagenmaße an. Die Beinfreiheit ist dort ziemlich eingeschränkt und durch die coupéhaft abfallende Dachlinie fällt auch die Kopffreiheit nicht all zu üppig aus. Darunter leidet auch der Stauraum des Kofferraums. Mit 207 Litern bietet der Nissan Juke sagenhafte 143 Liter weniger als der Mini Contryman. Selbst ein VW Polo überflügelt den japanischen Crossover um 73 Liter. Legt man die Rückbank um schluckt der Juke bis zu 786 Liter. Doch auch bei der Zuladung verkraftet der Juke mit maximal 385 kg nicht allzu viel. Als Lastesel taugt der Juke definitiv nicht.

Aggregate

Die Motorenpalette des Nissan Juke besteht aus einem 1.6-Liter Benziner und einem 1.5-Liter Turbodiesel. Der Selbstzünder leistet 81 kW/110 PS und 240 Nm maximales Drehmoment. Der Einstiegsbenziner schöpft aus den 1.6-Litern Hubraum 86 kW/117 PS und liefert 158 Nm maximales Drehmoment. Über die Spitzenmotorisierung mit 140 kW/190 PS und einem maximalen Drehmoment von 240 Nm verfügte unser Testwagen. Je nach Getriebevariante gibt Nissan einen Normverbrauch von 6,9 (manuelles Schaltgetriebe) bis 7,6 Litern (Automatikgetriebe) auf 100 Kilometern an. Das CVT-M6-Automatik Getriebe verhilft dem potenten Corssover zwar zu einiger Agilität, der Verbrauch liegt jedoch stets zwischen neun und zehn Litern. Hier dürfte die manuelle 6-Gang-Schaltung die bessere Wahl sein. Allradantrieb ist ausschließlich dem Topbenziner im Ausstattungsniveaus Tekna vorbehalten. Selbstzünder bietet Nissan ausschließlich mit Frontantrieb und manuellem 6-Gang-Schaltgetriebe.

FazitTest: Nissa Juke 1.6 DIG-T 4x4i - Sportlich, durstig, laut!

Auch zwei Jahre nach seiner Markteinführung fällt der Juke auf, wo immer er vorfährt. Dieses Prinzip ist bisher aufgegangen, verkaufte sich der Juke doch besser als ürsprünglich erwartet. Laut Hersteller konnte der Juke - zumindest zeitweise - dem Mini in dessen britischen Heimat den Rang ablaufen, was die Verkaufszahlen angeht. Grundsätzlich ist der stärkste Juke mit Allradantrieb ein Auto zum Spaß haben. Im Allradmodus ist er genauso spritzig wie agil und lässt sich auch abseits befestigter Straßen bewegen. Getrübt wird der Eindruck jedoch vom begrenzten Platzangebot und dem viel zu hochtourig arbeitenden CVT-M6-Getriebe.

Mit 25.140 Euro ist der Nissan Juke 1.6 DIG-T ALL-MODE 4x4i zudem auch kein Schnäppchen. Als „konsequent inkonsequent“ bewirbt Nissan seinen kleinen Crossover. Konsequent zeigt sich auch bei unserem zweiten Test der Verbrauch als Hauptproblem des Juke. Doch während der Basismotor nur außerhalb der Stadt zum Schluckspecht mutierte, bleibt der Turbo-Benziner konsequent in allen Lebenslagen zu durstig.

Das Automatikgetriebe fährt dem Nissan Juke in die Parade. Mit 190 PS könnte er Spaß machen. Doch selbst wenn man vom zu hohen Verbrauch absieht, verhagelt einem der störend laute und hochdrehende Motor schnell die Laune. Für den Alltag taugt der Juke in dieser Konfiguration  ebenso wenig. Anders könnte das mit dem manuellen 6-Gang-Getriebe aussehen. Trotzdem sollte Nissan dringend an der Übersetzung der Automatik des Juke arbeiten. In ihrer aktuellen Form ist diese leider alles andere als empfehlenswert.


Bewertung -
Nissan Juke 1.6 DIG-T 4x4i Tekna


Exterieur-Design 1,6
Interieur-Design 2,1
Multimedia 1,7
Navigation 1,7
Fahrbetrieb 2,2
Verbrauch 4,0
   
Kosten pro Jahr*  
   
Anschaffungspreis Testfahrzeug 29.020,00 Euro
Kraftstoffkosten** 2.425,50 Euro
Steuern 162,00,00 Euro
Wertverlust 4.353,00 Euro
Gesamtkosten pro Jahr:   
6.940,50 Euro
   
Testergebnis/Gesamtprädikat:  
2,2
   
*Kosten pro Jahr setzen sich zusammen aus Kraftstoffkosten, Kfz-Steuer, errechnetem Wertverlust (15 Prozent p. a.)
**Kraftstoffkosten bei 1,65 Euro/Liter Superbenzin und einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern
 
Datenblatt - Nissan Juke 1.6 DIG-T 4x4i Tekna
   
fünftüriger, fünfsitzer Crossover der unteren Kompaktklasse, wahlweise mit Front- oder Allradantrieb
   
Länge/Breite/Höhe: 4.135 mm/1.765 mm/1.565 mm
Radstand: 2.530 mm
   
Motor Vierzylinder Ottomotor mit Turboaufladung
Hubraum: 1.598 ccm
Leistung: 140 kW/190 PS bei 5.600 Umdrehungen pro Minute
max. Drehmoment: 240 Newtonmeter bei 2.000 - 5.600 Umdrehungen pro Minute
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,4 s
   
Test-Verbrauch: 9,8 l/100 km
Test-CO2-Ausstoß***: 279,7 g/km
Verbrauch Hersteller: 7,6 l/100 km
CO2-Ausstoß Hersteller: 175 g/km
Schadstoffklasse: Euro 5
Energieeffizienzklasse: E
   
Ausstattung
(Serie, Auswahl, Niveau Visia):
sechs Airbags, Anti-Blockiersystem (ABS) mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBD), elektronisches Stabilitätsprogramm ESP, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Geschwindigkeitsregelanlage mit -begrenzer (Speed Limiter), höhen- und längsverstellbare Lenksäule, Klimaanlage, Multifunktionslenkrad, CD-Radio, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung
   
Gewichte/Zuladung  
Leergewicht: 1.455 kg
zul. Gesamtgewicht: 1.860 kg
Zuladung: 385 kg
Anhängelast gebremst: 1.150 kg
Anhängelast ungebremst: 728 kg
zul. Stützlast: 75 kg
zul. Dachlast: 75 kg
Kofferraumvolumen: 207 – 786 l
   
Preise  
Basismodell: ab 16.990,00 Euro (inkl. 19 Prozent MwSt.)
Testwagen: 29.020,00 Euro Euro (inkl. 19 Prozent MwSt.)
Topmodell: ab 25.140 Euro (inkl. 19 Prozent MwSt.)
***Basierend auf Berechnungen des bayerischen Landesamt für Umwelt

auto.de/holger zehden | fotos: auto.de

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