17.01.2012 - 13:01
Von Holger Zehden --
Der Artega GT scheint voller Widersprüche zu stecken: aufregendes Sportwagen Design aus der Hand von Henrik Fisker, von 0 auf 100 km/h in 4,8 Sekunden, 220 kW/300 PS und 350 Nm Drehmoment bei gerade einmal 1.285 kg Leergewicht stehen einer Herkunft aus der ostwestfälischen Provinz sowie einem Motor und etlichen Anbauteilen aus dem VW-Regal gegenüber. Wie gut sich diese Eigenschaften jedoch vereinen lassen, macht der Artega GT vor. „Den gibt’s doch schon lang“ mag der ein oder andere einwerfen, was wir an dieser Stelle mit einem klaren Jein beantworten. Denn die Delbrücker Manufaktur gab zu Testzwecken bereits 2008 erste Vorserienmodelle an Pressevertreter heraus. Die Serienfertigung des Artega GT startete jedoch erst Ende 2010. Bereits in diesem Jahr könnte der voll elektrische Zwilling Artega SE folgen.
Gelungene Optik
Optisch ist der Artega GT eine Augenweide. Fließende Linien, wohin das Auge blickt. Kein störender Spoiler auf dem Heck. In der Front meint man einen Porsche zu erkennen. Kein Wunder teilt er sich seine Scheinwerfer doch mit dem Porsche Carrera GT. Das Heck wurde von flüchtigen Bekanntschaften an der Tankstelle gerne mal als Ferrari identifiziert. Generell zieht der Artega GT unheimlich viel Aufmerksamkeit auf sich. Neben dem Design sind die ungewöhnlichen Proportionen sicher ein Grund dafür. Mit 4.015 mm Länge ist der Artega GT nämlich kürzer als ein Polo, die 1.882 mm Breite (ohne Spiegel) erreichen beinahe die Ausmaße einer Corvette und mit nur 1.180 mm ist der Artega GT deutlich flacher als ein Ferrari 458 Italia. Das erschreckend geringe Gewicht von lediglich 1.285 kg erreicht der deutsche Leichtathlet trotz umfangreicher Technik durch einen Aluminium-Spaceframe und jeder Menge Kohlefaser.
Innenraum
Durch die extrem tiefe Karosserie und Sitzposition verhält es sich mit dem Artega GT wie mit einer Designerjeans: Das Teil sitzt so eng, dass sich das hinein schlüpfen etwas knifflig gestaltet. Steckt man jedoch einmal drin, passt sie wie angegossen und man will nie wieder heraus. „Schuld“ daran sind unter anderem die Recaro-Sportsitze, die sich den Konturen des Fahrers anzupassen scheinen. Beim Blick über Armaturenbrett und Mittelkonsole zeigt der Artega wieder seinen widersprüchlichen Charakter: Hebel für Blinker, Scheibenwischer und Tempomat, die Luftauslässe der Klimaanlage sowie Schlüssel und Zündschloss sind direkt aus dem VW-Regal entnommen und könnten auch in jedem Passat verbaut sein. Doch im Artega GT werden diese mit feinsten Materialien, futuristisch anmutender Technik und netten Gimmicks kombiniert, wie etwa dem elektrischen Fensterheber in Retro-Kurbel-Optik. Die Verarbeitung ist dabei durchweg hervorragend – keine Selbstverständlichkeit bei einem Kleinserien-Fahrzeug wie dem Artega GT.
In der Mittelkonsole bedient man Navi und Klima über Sensortaster. Besonderer Hingucker im Artega GT ist jedoch das Armaturenbrett. Mittig vor dem Fahrer thront ein großes Rundinstrument, welches in der oberen Hälfte den Drehzahlmesser und im unteren Halbrund eine Geschwindigkeits-Skala beherbergt. Das futuristische Design wird vom die Farbe wechselnden Zeiger für die Drehzahl unterstrichen. Bewegt sich der Artega besonders effizient, färbt sich die ansonsten
grün schimmernde Nadel blau. Am oberen Ende des Drehzahlbereichs färbt sie sich hingegen rot. Links und rechts daneben geben zwei digitale Kombiinstrumente Aufschluss über Kenngrößen wie Längs- und Querbeschleunigung, Außentemperatur und Laufleistung. Tankanzeige und eine Stoppuhr werden in Sportwagen-Manier über klassische Rundinstrumente in der Mittelkonsole dargeboten. Hinter den Sitzen bietet der Artega GT zudem Stauraum für Gepäck. Zusammen mit dem Kofferraum unter der Fronthaube kommt der Sportler somit auf ordentliche 300 Liter Ladevolumen.
grün schimmernde Nadel blau. Am oberen Ende des Drehzahlbereichs färbt sie sich hingegen rot. Links und rechts daneben geben zwei digitale Kombiinstrumente Aufschluss über Kenngrößen wie Längs- und Querbeschleunigung, Außentemperatur und Laufleistung. Tankanzeige und eine Stoppuhr werden in Sportwagen-Manier über klassische Rundinstrumente in der Mittelkonsole dargeboten. Hinter den Sitzen bietet der Artega GT zudem Stauraum für Gepäck. Zusammen mit dem Kofferraum unter der Fronthaube kommt der Sportler somit auf ordentliche 300 Liter Ladevolumen.Ihnen gefällt der Artikel Test: Artega GT - Sportwagenexot aus Deutschland? Dann bookmarken Sie diese URL: http://de.auto.de/magazin/showArticle/article/66788/Test-Artega-GT-Sportwagenexot-aus-Deutschland
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