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Tradition: 30 Jahre BMW 5er (E 28) - Revolution im Tarnmantel

Es war eine Zeit des Wandels. In der Pop-Musik kündete davon die "Neue Deutsche Welle", in der Politik forderte die gerade gegründete Partei der "Grünen" Veränderungen und auch im Kampf um die prestigeträchtige Pole Position in der automobilen Business Class wurden vor dreißig Jahren die Karten neu gemischt.

Mit der ersten Generation des 5ers hatte BMW bereits Achtungserfolge gegen die bis dahin uneingeschränkt dominierenden Mercedes 200 bis 280 E erzielt und den Audi 100 auf Distanz gehalten. Den entscheidenden Durchbruch versprachen sich die Münchner nun von der Neuauflage des 5ers und so noch nie da gewesener Kraft aus sechs Zylindern. Rekordverdächtige "M-Power", kräftige Katalysatorversionen BMW 5er ab 1981und der schnellste Diesel der Welt sollten die Baureihe E 28 beflügeln und damit Spaß und Sparsamkeit vereinen. Ganz so wie es damals die leistungsbewusste "Generation GTI" erwartete und die neue gesellschaftliche Diskussion um das Waldsterben erforderte.   
Im Rückblick allerdings wirkt die Serie E 28 in der langen Reihe der BMW 5er-Generationen auf den ersten Blick wenig aufregend. Kein Wunder, unterschied sich doch die zweite Auflage der bayerischen Business Class nur bei genauerem Hinsehen von der abgelösten Baureihe E 12. Allein die voluminösere und kantige Heckgestaltung und eine modifizierte Front differenzierten die E-28-Limousinen deutlich vom Vorgänger. Tatsächlich aber verhüllte die schon bei ihrer Publikumspremiere auf der Frankfurter IAA 1981 als bieder kritisierte Karosserie revolutionäre Technik, mit denen die Bayerischen Motorenwerke ihrem Namen neuen Glanz vermitteln wollten. Mit Bordcomputer, Service-Intervallanzeige, "Energie-BMW 5er ab 1981Control"-Kraftstoffverbrauchsanzeige und erweiteter "Check-Control" der Fahrzeugbetriebszustände trieb BMW die Einführung des elektronischen Zeitalters im Automobilbau voran.
Unter dem Kürzel 524td zählte 1983 auch der erste Turbodiesel aus München zu dem neuen Technikpaket - für BMW damals ähnlich sensationell wie es heute ein Ferrari mit Selbstzünder wäre. Zum wahren Tarnkappenjäger wurde dann der erste BMW M5, der als schnellste Mittelklasselimousine der Welt mit einem 210 kW/286 PS starken Sechszylinder sogar Supersportwagen von der Überholspur scheuchte. Gänzlich neu war auch das Konzept des 525e, der viel Kraft und günstige Verbrauchswerte aus niedrigen Drehzahlen entwickelte. Technik vom Feinsten also, die die Fans der weißblauen Marke so sehr schätzten, dass die optisch betagten 5er der Serie E 28 auf noch größere Stückzahlen kamen als ihre Vorgänger. Erst mit den BMW 5ern der dritten Generation verabschiedeten sich die Münchner endgültig vom 16 Jahre alten BMW 5er ab 1981BMW 5er ab 1981Grunddesign des Urvaters aller 5er, das 1972 der damals weltweit gefeierte Automobilcouturier Paul Bracq entworfen hatte.
Vorgestellt worden war der Gründer der 5er-Reihe zu den Olympischen Spielen in München. Der Nachfolger der legendären "Neuen Klasse" von 1961 (Typen 1500 bis 2000) präsentierte sich selbst als vollkommen neue Klasse, die gegen die etablierten Stuttgarter Strichacht-Limousinen bestehen sollte. Vor allem aber führte der 5er der Serie E 12 die noch heute gültige BMW-Nomenklatur ein, deren Systematik fortan von Herstellern aus aller Welt kopiert wurde. Sogar am Ende seines Produktzyklus galt der erste 5er noch immer als Maßstab für dynamische Reiselimousinen. Für BMW Anlass, den ab 1978 konzipierten und im Sommer 1981 lancierten Nachfolger optisch eng am Vorgänger anzulehnen. Eine Strategie nicht ohne Risiko wie die nur wenig später vorgestellten aerodynamischen Konkurrenten von Audi (Typen 100/200 von 1982) und Mercedes (E-Klasse W124 von 1984) zeigten. Spätestens jetzt wirkte das vom sonst so ingeniösen Designer Claus Luthe (Schöpfer des NSU Ro 80) gezeichnete Kleid des zweiten 5er fast von vorgestern. Den drohenden Absturz in den Verkaufszahlen mussten nun die eilig nachgeschobenen neuen Motoren verhindern, die Maßstäbe setzten in den Disziplinen Leistung - und damals völlig überraschend - auch in Sachen Ökonomie. Ausgerechnet BMW, sonst eher der Inbegriff PS-starker Bayern-Bomber, präsentierte passend zur politischen Diskussion um knappe Ölreserven sparsame und schadstoffärmere Triebwerke.

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