19.07.2011 - 10:07
Von Ingo Koecher - Große Fahrt, das ist ihre Bestimmung: Insbesondere dann, wenn die Honda Varadero XL 1000 mit zwei Seitenkoffern und Topcase voll ausstaffiert vor einem steht. Da fängt es schnell an, in den Fingern zu kribbeln. Ob die Japanerin allerdings nur Schaum schlägt, oder am Ende halten kann, was sie verspricht, wird unser Test zeigen. Behaupten muss sich die Honda Varadero zwischen einer Triumph Tiger 1050 SE ABS oder der Yamaha Z1000SX.
Große Fahrt, das ist ihre Bestimmung: Insbesondere dann, wenn die Honda Varadero XL 1000 mit zwei Seitenkoffern und Topcase voll ausstaffiert vor einem steht. Da fängt es schnell an, in den Fingern zu kribbeln. Ob die Japanerin allerdings nur Schaum schlägt, oder am Ende halten kann, was sie verspricht, wird unser Test zeigen. Behaupten muss sich die Honda Varadero zwischen einer Triumph Tiger 1050 SE ABS oder der Yamaha Z1000SX.
Fahrbetrieb
Angetreten ist die Honda Varadero XL 1000 als Reiseenduro. Doch schon nach dem ersten Aufsatteln hat man eher das Gefühl, auf einem Sports Tourer zu sitzen. Das liegt zum einen am recht langen Radstand von 1.555 Millimetern, zum anderen an der entspannten Art und Weise, mit der sich die Japanerin bewegen lässt. Sie liegt wie ein Brett und stellt an den Fahrer keine besonderen Anforderungen. So erlebten wir auch die Varadero als typische Honda mit leichtem Handling und guten Fahreigenschaften.
Mit dem 69 kW/94 PS leistenden V2-Viertaktmotor fährt die Honda Varadero XL 1000 bestens motorisiert vor. Das Triebwerk, kombiniert mit einer 6-Gang-Schaltung, lässt sich im mittleren Drehzahlbereich Stunde um Stunde über die Autobahn bewegen. Überzeugend, weil komfortabel, ist die aufrechte Sitzposition sowie die breite
Sitzbank, auf der auch dem Sozius ausreichend Komfort zur Verfügung steht. Lange Touren sind so ausgerüstet, kein Problem.
Sitzbank, auf der auch dem Sozius ausreichend Komfort zur Verfügung steht. Lange Touren sind so ausgerüstet, kein Problem.Das Fahrverhalten der Honda Varadero können wir durchweg mit Gut bewerten. Herausforderungen galt es bei der Japanerin nicht zu meistern. Vielmehr ist sie ein gefälliges Bike, das schnell beherrschbar und leicht in der Handhabung ist. Kleinere Probleme könnten lediglich dann auftreten, wenn es nötig wird, die Honda rückwärts manövrieren zu müssen. Denn mit einem Gewicht von 276 Kilogramm vollgetankt und fahrfertig, sowie einer Sitzhöhe von 838 Millimetern, ist das nicht immer ganz einfach. So kann die Überwindung einer kleinen Schwelle oder das Bezwingen eines seichten Gefälles schnell zum schweißtreibenden Unterfangen werden. Da diese Belastungsproben aber eher selten auftreten, schmälert das den Fahrspaß mit der Honda Varadero nicht im geringsten.
Die Varadero machte nicht nur auf langen Strecken eine gute Figur. Auch im Stadtverkehr ist sie angenehm zu fahren. Ihr Vortrieb, wird der einmal abgerufen, ist ordentlich. Dabei überzeugt die Japanerin durch exaktes Spurverhalten. Insgesamt ist die Gasannahme, wie auch der generelle Auftritt der Japanerin, komfortorientiert und limousinenhaft. Die Varadero fühlt sich offenkundig auf großer Fahrt am wohlsten. Dabei ist es unwesentlich, ob es ums Kilometerfressen oder Kurvengenießen geht – sie liebt beides. Für
angemessene Einbremsung sorgt die Doppelscheibenbremse vorne mit 296 Millimeter Durchmesser und die Einscheibenbremse hinten mit 265 Millimeter Durchmesser. Natürlich an beiden Achsen in Kombination mit ABS.
angemessene Einbremsung sorgt die Doppelscheibenbremse vorne mit 296 Millimeter Durchmesser und die Einscheibenbremse hinten mit 265 Millimeter Durchmesser. Natürlich an beiden Achsen in Kombination mit ABS.Einzig der von uns ermittelte Verbrauch von 8,7 Litern auf 100 Kilometern ist eindeutig zu hoch. Das sind Bereiche, in denen Autos unterwegs sind. Bei einem Motorrad sollte höchstens eine Sechs (oder weniger) vor dem Komma stehen – noch dazu bei moderater Fahrweise. Während in der Autoindustrie an immer verbrauchsgünstigeren Motoren gearbeitet wird, müsste auch bei Motorrädern Entsprechendes geschehen. Denn die aufgerufenen Preise der Hersteller sind ja bereits in der Neuzeit angekommen. Dann sollte nun doch bitte auch die Motorentechnologie nachziehen. In unseren Augen ist es dafür höchste Zeit. Der Fairness halber müssen wir an dieser Stelle allerdings anmerken, dass die Problematik nicht nur Honda, sondern alle Motorradhersteller in gleicher Weise betrifft.
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