31.05.2011 - 09:05
So weit ein Liter trägt
Drei Tage lang hatten 3.000 Schüler und Studenten aus Europa und Afrika um das sparsamte Fahrzeug gewetteifert. Zu den traditionellen Kategorien, wie Verbrennungsmotoren, Brennstoffzelle und Solar, traten in diesem Jahr auch erstmals Plug-in Elektrofahrzeuge an, die ihre Energie aus einer Batterie beziehen, welche an einer Steckdose aufgeladen werden kann. Grundgedanke des bereits seit 1985 ausgetragenen Wettbewerbs ist es, ein Fahrzeug zu entwerfen und anschließend auch zu bauen, das mit einem Liter Kraftstoff die größtmögliche Entfernung zurücklegt und dabei so wenig Schadstoffe wie möglich ausstößt. Bisher wurden die Ergebnisse Anhand des Energiegehalts (in Kilo-Joule) eines Liter Benzins verglichen. Da jedoch in diesem Jahr bereits mehr als 50 Prozent der Teilnehmer mit alternativen Antrieben unterwegs waren, ersparte man sich diese Umrechnung und verglich die elektrisch betriebenen Fahrzeuge durch deren Fahrleistung pro Kilowattstunde. Die Gesamtfahrleistung wird aus dem Ergebnis von acht Runden auf dem Euro-Speedway errechnet, die alle Teilnehmer in weniger als 51 Minuten zurücklegen müssen.

Rekorde über Rekorde
Nach diesem System mussten einige der gefahrenen Rekorde erst errechnet werden. Den Reichweiten-Rekord des Shell Eco-Marathon hielt und hält das Team La Joliverie der Polytechnischen Universität Nantes. Sie hatten im vergangenen Jahr die Bestmarke bereits auf 4.896,1 km/l (563,4 km/kWh angehoben, womit das Fahrzeug mit nur acht Litern Kraftstoff die Welt umrunden könnte). 2011 wollten die Franzosen die 5.000 km Marke knacken. Das gelang gleich fünf Teams aus Italien, Österreich, Frankreich und Deutschland. Mit 590 km/kWh (dies entspricht etwa 5.130 km/l) holte sich das Team aus Nantes abermals den Sieg, verpasste jedoch den inoffiziellen Weltrekord von 5.384 km/l der ETH Zürich von 2005 knapp. Platz zwei bei den mit Wasserstoff betriebenen
Brennstoffzellen-Fahrzeugen ging in diesem Jahr an die Hochschule Offenbach, die mit ihrem Fahrzeug „Schluckspecht“ eine Fahrleistung von 409 km/kWh erreichten. „Damit haben wir uns im Vergleich zum letzten Jahr deutlich verbessert", sagte Teamsprecher Jörg Lienhard. Statt über einen Akku hat der Schlucksprecht in diesem Jahr die Energie direkt aus der Brennstoffzelle - also ohne Zwischenspeicher - bezogen.
Noch wesentlich weiter käme manches Fahrzeug aus den neuen Kategorien für Elektromobilität. So erreichte das Team mecc-sun der Polytechnischen
Universität Mailand, mit 1.108 Kilometern pro Kilowattstunde (entspricht etwas 9.600 km/l) mit seinem Solarfahrzeug, eine neue Bestleistung. Das Ecoteam der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule kam mit 853,8 km/kWh auf den zweiten Platz. "Besser hätte es gar nicht laufen können. Wir sind mehr als zufrieden", sagte Teammanager Klaus Wolter. Bei den batteriebetriebenen Fahrzeugen verwies die TU Graz die Konkurrenz auf die hinteren Plätze (842,5 km/kWh). Bestes deutsches Team mit 456,1 km/kWh wurde hier die Hochschule Lausitz auf Rang vier.
Brennstoffzellen-Fahrzeugen ging in diesem Jahr an die Hochschule Offenbach, die mit ihrem Fahrzeug „Schluckspecht“ eine Fahrleistung von 409 km/kWh erreichten. „Damit haben wir uns im Vergleich zum letzten Jahr deutlich verbessert", sagte Teamsprecher Jörg Lienhard. Statt über einen Akku hat der Schlucksprecht in diesem Jahr die Energie direkt aus der Brennstoffzelle - also ohne Zwischenspeicher - bezogen. Noch wesentlich weiter käme manches Fahrzeug aus den neuen Kategorien für Elektromobilität. So erreichte das Team mecc-sun der Polytechnischen
Universität Mailand, mit 1.108 Kilometern pro Kilowattstunde (entspricht etwas 9.600 km/l) mit seinem Solarfahrzeug, eine neue Bestleistung. Das Ecoteam der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule kam mit 853,8 km/kWh auf den zweiten Platz. "Besser hätte es gar nicht laufen können. Wir sind mehr als zufrieden", sagte Teammanager Klaus Wolter. Bei den batteriebetriebenen Fahrzeugen verwies die TU Graz die Konkurrenz auf die hinteren Plätze (842,5 km/kWh). Bestes deutsches Team mit 456,1 km/kWh wurde hier die Hochschule Lausitz auf Rang vier.Nahe an der Realität
Während diese Fabel-Fahrwerte von sogenannten Prototypen erfahren wurden, also Fahrtzeugen, die in Design und Fahrkomfort weit weg von jedweder Alltagstauglichkeit liegen, starten beim Shell Eco-Marathon auch Fahrzeuge der sogenannten „Urban Concept“ Klasse. In dieser Kategorie der straßentauglichen Fahrzeuge fuhr das Team „protron“ der Fachhochschule Trier beachtliche 233 km/kWh und erzielte unter den Fahrzeugen mit Batterieantrieb in der Kategorie das beste Ergebnis. Auch im vergangenen Jahr gehörten die Trierer zu den besten Teams. Die Iselin-Schule aus dem Baden-Würtembergischen Rosenfeld zeigte mit dem einzigen straßentauglichen Fahrzeug mit Solarantrieb, dass man auch mit Sonnenenergie
beachtliche Strecken zurücklegen kann. Das Fahrzeug kam auf eine Leistung von 184 km/kWh, was umgerechnet immerhin knapp 1.600 km/l Kraftstoff entspricht.
Im kommenden Jahr wird der 28. Shell Eco-Marathon in der Innenstadt von Rotterdam in den Niederlanden statt finden.
beachtliche Strecken zurücklegen kann. Das Fahrzeug kam auf eine Leistung von 184 km/kWh, was umgerechnet immerhin knapp 1.600 km/l Kraftstoff entspricht. Im kommenden Jahr wird der 28. Shell Eco-Marathon in der Innenstadt von Rotterdam in den Niederlanden statt finden.
auto.de/holger zehden
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