30.05.2011 - 09:05
Erhältlich ist der Sportivo in zwei Varianten, die sich äußerlich sehr ähneln, jedoch mit unterschiedlicher Leistung antreten. Der 4 690 Euro teure Masini Sportivo sorgt mit 4 000 Watt für Schub, der größere Sportivo S hingegen liegt mit 5 000 Watt ein gutes Stück höher - was sich aber auch im Preis von immerhin 5 590 Euro niederschlägt.

Antrieb
Beide setzen auf einen bürstenlosen Radnabenmotor sowie Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus, die zwischen 55 Kilometer und 110 Kilometer Reichweite erlauben. Die je 1,42 Kilogramm wiegenden Speicher sind zu einem Energieblock verkabelt: Die 19 beziehungsweise 24 Akkus im Falle der S-Variante kommunizieren stets mit dem Nachbarpack, um eine gleichmäßige Be- und Entladung zu ermöglichen, die vom "Battery Management System" geregelt wird. Bereits hier sind die Qualitätsunterschiede auf dem Markt erheblich: Einfach nur Batterien und einen E-Motor zusammenzubauen, das führt noch lange nicht zu einem ordentlichen E-Roller.
In Elektromotorenmanier
Berührungsängste freilich muss man keine haben. Völlig unspektakulär wird per Zündschlüssel gestartet, was man zunächst nicht hört. Erst der Dreh am "Gas" sorgt für eine durchaus nachhaltige Beschleunigung. In typischer Elektromotorenmanier rauscht der Roller los: E-Motoren brauchen eben keine Drehzahlen, um Drehmoment liefern zu können.
Zudem wechselt der Radnabenmotor beim Verzögern den Charakter: Eine leicht angelegte Bremse aktiviert die Energierückgewinnung, mit der sich bis zu zehn Prozent mehr Reichweite realisieren lassen. Erst wenn man die beiden auf gelochte Scheibenbremsen wirkenden Bremshebel ganz durchzieht, wird
mechanisch verzögert. Weil das Bremsverhalten durch diesen "doppelten Druckpunkt" jedoch schwammig wirkt, lassen sich manche Kunden einen separaten "Retarderknopf" installieren.
mechanisch verzögert. Weil das Bremsverhalten durch diesen "doppelten Druckpunkt" jedoch schwammig wirkt, lassen sich manche Kunden einen separaten "Retarderknopf" installieren.Eingewöhnung
Da alle Bedienelemente rollertypisch sind, fällt die Eingewöhnung recht kurz aus: draufsitzen und losfahren. Nur sollte man sich auf neue Eindrücke gefasst machen, nimmt man doch plötzlich banale Dinge wie das klackende Blinkerrelais oder die akustischen Äußerungen der Federung wahr. Der leise Antrieb sorgt natürlich auch für erstaunte Passantengesichter: An die geräuscharme Elektromobilität muss man sich erst noch gewöhnen. Im Gegenzug sollte der Hersteller sich an den Ansprüchen der hiesigen Kunden in Sachen Verarbeitungsqualität orientieren: Dafür wären Details wie nach unten offene Lenkkopflager oder der erhöhte Motorenverschleiss in staubigen Einsatzgebieten dringend zu verbessern.
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