18.03.2011 - 14:03
Gegenwind für E10
Von immer mehr Seiten hat die Regierung Gegenwind bezüglich ihrer E10-Pläne zu verzeichnen. Während der Parlamentskreis Automobiles Kulturgut des Deutschen Bundestages nun den Erhalt von E5 auf unbestimmte Zeit zur Pflicht erklärte, kündigte der ADAC an dies auch kontrollieren und bei Verstößen Anzeige erstatten zu wollen. Die EU verpflichtet Tankstellenbetreiber bis jetzt E5 lediglich bis 2013 als Alternative zu E10 anbieten zu müssen.
Ohne Grundlage
Die Hauptargumente der Regierung zur Einführung des Biosprits E10 sei die stufenweise Abkehr von fossilen Brennstoffen und auf dem Weg dort hin die schrittweise Senkung des CO2-Ausstoßes, durch die Beimischung von CO2-neutralem Ethanol. Doch die Rechnung geht nicht auf. Wie auto.de berichtete, errechnete das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik bei der Nachverfolgung von CO2-Pfaden eine negative Umweltbilanz für den angeblichen Biokraftstoff. So werde durch zusätzliche Arbeitsschritte in der E10 Produktion letztendlich mehr CO2 ausgestoßen, als ursprünglich von den Rohstoffpflanzen des Ethanols aus der Atmosphäre gebunden wurde.
E10 schädlich für alle Motoren
Für zusätzliche Verunsicherung der Autofahrer sorgten weiter Meldungen, wonach es beim Gebrauch von E10 grundsätzlich zu erhöhtem Verschleiß bei Motoren komme, unabhängig davon, ob diese vom Hersteller dafür freigegeben worden sind oder nicht. Durch den erhöhten Wasseranteil im Ethanol komme es laut der Abteilung für Mechanikentwicklung bei BMW zu einer Verdünnung des Motoröls, wodurch sich der Verschleiß erhöht und die Ölwechselintervalle verkleinert werden müssen. Außerdem hatte die Firma Stihl auf eine Entmischung von Zweitaktgemischen mit E10 bei längerer Lagerung aufmerksam gemacht, wodurch es bei Zweitaktmotoren zu Laufproblemen kommen könne. Dies betreffe neben benzinbetriebenem Werkzeug auch Roller, Motorräder und Bootsmotoren.
Diesel teurer als E10
Derweil geht der Preiswahnsinn mit E10 in die nächste Runde. Medienberichten zufolge hatte der Preis für einen Liter Diesel am vergangenen Donnerstag vereinzelt den für E10 überholt. Zusätzlich bieten bisher viele Tankstellenbetreiber neben E10 nur noch wesentlich teureres Super-Plus Benzin an. Das Bundeskartellamt will sich nun intensiv mit den Benzinpreisen an deutschen Tankstellen befassen. Ergebnisse werden jedoch nicht vor Mai erwartet.
Darum ruft auto.de erneut zum kollektiven Tank-Boykott am kommenden Samstag auf. Wir wollen damit auf eine bessere Aufklärung der Autofahrer durch Politik und Wirtschaft drängen. Außerdem fordern wir den flächendeckenden Erhalt von Super-E5-Benzin, um jedem Autofahrer die freie Entscheidung, für oder gegen das staatlich verordnete E10, zu überlassen. Zusätzlich fordern wir eine Preissenkung für E10-Kraftstoff, wie zum Beispiel im benachbarten Frankreich. Machen auch Sie mit am E10-Boykott und leiten diese Information an Freunde und Bekannte weiter und wehren Sie sich gegen diesen erneuten Griff in den Geldbeutel der Autofahrer.
Darum ruft auto.de erneut zum kollektiven Tank-Boykott am kommenden Samstag auf. Wir wollen damit auf eine bessere Aufklärung der Autofahrer durch Politik und Wirtschaft drängen. Außerdem fordern wir den flächendeckenden Erhalt von Super-E5-Benzin, um jedem Autofahrer die freie Entscheidung, für oder gegen das staatlich verordnete E10, zu überlassen. Zusätzlich fordern wir eine Preissenkung für E10-Kraftstoff, wie zum Beispiel im benachbarten Frankreich. Machen auch Sie mit am E10-Boykott und leiten diese Information an Freunde und Bekannte weiter und wehren Sie sich gegen diesen erneuten Griff in den Geldbeutel der Autofahrer.
auto.de/holger zehden
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