09.08.2010 - 16:08
Nach dem gestrigen Sieg Bruno Spenglers liegen gleich vier Mercedes-Fahrer in der DTM-Gesamtwertung an der Spitze, und der Deutschen Tourenwagen Masters könnte etwas die Spannung abhandenkommen.
Die Konkurrenz entsteht zurzeit innerhalb eines Mannschaftslagers, weil alle Teams, die in der Serie fahren, nur von Audi oder Mercedes unterstützt werden. Ein Zustand, der die Vermarktung nicht einfacher macht, so DTM-Chef Hans Werner Aufrecht gegenüber dem "Handelsblatt". "Wenn zwei Hersteller den Sieg unter sich ausmachen, stehen die Sponsoren nicht gerade Schlange."
Wie gestern rund um das Rennen zu hören war, mehren sich Stimmen, wonach gleich drei Marken über einen Einstieg bzw. eine Rückkehr in die DTM nachdenken. BMW sei so gut wie sicher dabei, und auch bei Opel und Toyota prüfe man ein Engagement in der größten deutschen Motorsportserie, wird berichtet. Um den Herstellern einen Anreiz zu geben, sollen die Regeln herstellerfreundlicher gestaltet und an andere Serien angeglichen werden.
"So könnte BMW beispielsweise in den USA mitfahren, ohne neue Rennwagen entwickeln zu müssen. Japanische Hersteller könnten in der DTM starten. Da ein Motorsportfan aus Japan nicht zu allen Austragungsorten nach Europa fliegen werde, müsse man in den Serien vor Ort mitfahren, um seine Autos zu präsentieren," sagt Jörg Kottmeier, Leiter Sportkommunikation bei BMW. Sozusagen als Schmankerl für die Hersteller soll 2011 der Auftakt im Münchener Olympiastadion stattfinden, 2012 ein eigener Wertungslauf und damit ein Rennen vor der BMW-Haustür folgen.
Nach schweren Zeiten sucht auch Opel wieder eine Möglichkeit, sich zu präsentieren. "Unter dem enormen Kostendruck haben wir unser Sponsoring stark zurückgefahren. Irgendwann steht man bei Null", sagt Sprecher Volker Brien. "Jede Marke braucht aber einen emotionalen Aufhänger. In den nächsten zwei Monaten werden wir entscheiden, was wir tun."
Die TV-Übertragung ist dabei das wichtigste Argument für ein Engagement. Mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 12,8 Prozent liegt die DTM deutlich vor anderen Rennserien wie der Moto GP (3,3 %), der WTCC Tourenwagen-WM (1,9 %) oder der Rallye-WM (0,7 %). Nur die Formel 1 ist mit 43,7 Prozent beliebter. Hier müssen die Hersteller aber dreistellige Millionensummen pro Saison ausgeben. Audi und Mercedes investieren in ihr DTM-Paket jedoch "nur" 20 bis 30 Millionen Euro pro Jahr.
auto.de/(Auto-Reporter.NET/br)
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