22.07.2010 - 15:07
Ein Knopfdruck auf dem iPhone und schon biegt der blaue Passat Variant, wie von Geisterhand gesteuert, um die Ecke. Nach 50 Metern stoppt das Fahrzeug.
Die weißen Leuchten Signalisieren: Rückwärtsgang. Und wenige Sekunden später steht der Volkswagen akkurat in der Parklücke. Nein es ist kein Film oder Zaubertrick. Es ist eines von vielen Forschungsprojekten des Volkswagen Konzerns am Electronics Research Laboratory (ERL) im kalifornischen Palo Alto. Hier im Silicon Valley entwickeln Spezialisten die automobile Technik von morgen.
Im ERL spielt die Elektromobilität eine tragende Rolle. Das Herz von Volkswagen wird künftig auch elektrisch schlagen, und unsere Ingenieure in Amerika, Europa und Asien schaffen im Forschungsverbund die Grundlagen dafür", sagte Konzernchef Martin Winterkorn bei seinem Besuch in Palo Alto und weiter: "Volkswagen wird der Autohersteller sein, der das für jeden Kunden erreichbare Elektroauto anbietet." Die Meilensteine für dieses Ziel sind gesetzt. "Seit diesem Jahr wird der Hybrid-Touareg in Serie gefertigt. Und es wird weitere Hybridmodelle geben, wie beispielsweise den Jetta Hybrid", wirft Winterkorn einen Blick auf 2012.
Doch auch die anderen Konzernmarken "sind auf der Überholspur. Audi beispielsweise wird Ende dieses Jahres den Q5-Hybrid starten und arbeitet am A8-Hybrid. Auch Porsche macht mit dem Cayenne und dem 918 Spyder große Fortschritte", lobt Winterkorn und weist dabei gleich auf die Eigenständigkeit aller Marken hin. Das Ziel: 2018 sollen rund drei Prozent aller verkauften Fahrzeuge der Volkswagengruppe mit Elektroantrieb ausgestattet sein.
Schon 2013 folgen die nächsten Innovationen. Dann wird Volkswagen den E-Up und den E-Golf präsentieren. Bei diesen beiden Forschungsprojekten ist immer noch die Batterie das größte Problem. "Batterien müssen nicht nur kleiner und leichter werden, sondern vor allem günstiger. Darum erweitern wir unser Wissen zusammen mit Herstellern wie Sanyo, Toshiba, Bosch-Samsung und BYD", erklärt Winterkorn. In Palo Alto liegen die Schwerpunkte in zwei Kernfeldern. Erstens Fahrerassistenzsysteme und zweitens Elektromobilität und Batterietechnik. In der größten Forschungseinrichtung außerhalb Wolfsburgs sind rund 100 Mitarbeiter beschäftigt.
Ein spektakuläres Projekt im ERL ist ohne Zweifel der "Pikes-Peak-Audi". Dieser TT soll ohne Fahrer – nur gesteuert durch Elektronik – den berüchtigten und selbst unter gestandenen Rallye-Piloten gefürchteten Bergpass in den USA hoch flitzen. Im Herbst soll es soweit sein.
Und auch in der Region Wolfsburg-Gifhorn wird intensiv an diversen Projekten und vor allem der E-Mobilität gearbeitet. Neben dem ERL in Palo Alto forschen die Ingenieure in Isenbüttel für den "Elektro-Plan". Mehr als 5 Milliarden Euro investiert Europas größter Automobilhersteller weltweit jährlich in seine Forschung und Entwicklung.
auto.de/(ampnet/tw)
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