Auto des Tages

40 Jahre VW Käfer 1302: Auf dem Zenit

Der VW Käfer ist Sympathieträger und Inbegriff des Wirtschaftswunders in einem: ein "ErVolkswagen" im tatsächlichen Sinn. Vor genau 40 Jahren erreichte der Dauerbrenner seinen technischen Zenit. Mit dem Serienstart des Modells 1302 war der Käfer im August 1970 regelrecht erwachsen geworden.

Die Wurzeln des Käfers

Seine Wurzeln hat der Käfer im KdF-Wagen, mit ihm wollten die Nazis die Deutschen mobil machen. Im eigens bei Fallersleben aus dem Boden gestampften Werk wurde jedoch nicht fürs Volk, sondern für die Militärs produziert. Die zahllosen "Volkswagensparer" hatten deshalb das Nachsehen: Jahre später erst konnten die 40 Jahre VW Käfer 1302: Auf dem Zenit Guthaben beim Kauf eines VW verrechnet werden.

Aufstieg zur rollenden Legende

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Aufstieg zur rollenden Legende längst begonnen - die einfache, aber robuste Konstruktion passte exakt in die Zeit. So übersprang der inzwischen via Bezugsschein erhältliche VW im Oktober 1946 die Marke von 10 000 Einheiten, ein Jahr später hatte sich die Zahl bereits verdoppelt. Zum 1. Januar 1948 nahm dann mit Heinrich Nordhoff ein "Macher" die Fäden in die Hand. Er führte Volkswagen zu den größten Erfolgen, aber auch beinahe in die Katastrophe. Denn in den späten 60er Jahren erschien das Grundprinzip nicht mehr zeitgemäß - auch wenn der luftgekühlte Boxer im Heck im Laufe der Jahre von 24,5 auf über 40 PS erstarkt war und die Form stetig modernisiert wurde. Beispielsweise ersetzte bereits 1953 die ovale Heckscheibe das berühmte "Brezelfenster".

Auf seinem technischen Zenit angelangt

Im August 1970 schließlich war der Käfer auf seinem technischen Zenit angelangt. So sorgten die McPherson-Federbeine in Kombination mit einer Schräglenker-Hinterachse, die es vorher ausschließlich in den Automatik-Käfern gab, für eine um Welten verbesserte Straßenlage. Die brauchte es auch angesichts der nun angesagten 40 Jahre VW Käfer 1302: Auf dem Zenit bis zu 50 PS. Der 1,6 Liter große Vierzylinder war dem "S-Modell" vorbehalten und sorgte für eine ungekannte Fahrdynamik.

Generationswechsel

Heinrich Nordhoff indes war bereits zwei Jahre zuvor verstorben - was dem Konzern jedoch neue Möglichkeiten eröffnete. Denn Nordhoff hatte alleine auf das stetig verbesserte Bauprinzip des Käfers gesetzt. Kritische Stimmen fanden beim Patriarchen kein Gehör. So kam es zur skurrilen Situation, dass mit dem Erreichen des technischen Zenits der Generationswechsel eingeläutet wurde.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Begehrte Klassiker; Das Erbe des Käfers; Und der Käfer sprach zum Sohn...

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