12.04.2010 - 10:04
Elektro-Fahrzeuge erleben gerade einen rasanten Boom. Nicht nur bei den Pkw, sondern zunehmend auch im Segment der Zweiräder. Vor allem in urbanen Ballungsräumen haben die flinken und emissionsfreien Bikes durchaus Zukunft.

Prototyp: Elmoto
Eines davon: Die Elmoto, als Prototyp erstmals im Jahre 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt. Zwei Jahre arbeitete die Firma Firma ID-Bike aus Stuttgart mit Elektroingenieuren, Industriedesignern, Metallbauern und Wirtschaftswissenschaftlern an dem E-Bike. Selbst gestecktes und ehrgeizig formuliertes Ziel: „Mit Hilfe elektrischer Mobilität den urbanen Raum zu verändern“. Nachdem das Bike etliche Zulassungshürden überwunden hat steht nun die Serienfertigung des Elmotos an. Das Elmoto HR-2 ist irgendwo zwischen Fahrrad und Motorroller angesiedelt. Basis des außergewöhnlichen Zweirads in flottem Styling ist ein leichter und hochfester Alu-Rahmen. Angetrieben wird das Bike von einem Nabenmotor mit 50 Nm Drehmoment. Da das Elmoto gerade mal 45 Kilo wiegt, kommen auch kleine Personen mit dem Elmoto gut parat. Vergleichbare Roller haben das doppelte an Gewicht. Die Spitze liegt bei 45 km/h, das langt im Prinzip den Betrieb in der Stadt, wenn auch ein paar km/h mehr nicht schlecht wären. Die Reichweite soll nach Herstellerangaben bei bis zu 65 Kilometer liegen. Dann braucht das Elmoto eine Steckdose. Über Geschwindigkeit, Akkustand und die verbleibende Reichweite informiert ein Bordcomputer. Der Hersteller ID Bike will vor allem Menschen mit einem hohen Anspruch an Design und
Technik für das Elmoto begeistern. Potenzielle Kunden sieht man auch bei Zeitgenossen, die das eher konservativen Design von Pedelecs (Fahrräder mit elektronischer Unterstützung) bisher abschreckte. Das emissionsfreie Elmoto HR-2 kann mit dem Führerschein Klasse M (ab 16 Jahre) und den Autoführerschein bewegt werden. Das Fahrzeug ist zulassungsfrei, ein Versicherungskennzeichen reicht. Preis: 3.980 Euro.
Technik für das Elmoto begeistern. Potenzielle Kunden sieht man auch bei Zeitgenossen, die das eher konservativen Design von Pedelecs (Fahrräder mit elektronischer Unterstützung) bisher abschreckte. Das emissionsfreie Elmoto HR-2 kann mit dem Führerschein Klasse M (ab 16 Jahre) und den Autoführerschein bewegt werden. Das Fahrzeug ist zulassungsfrei, ein Versicherungskennzeichen reicht. Preis: 3.980 Euro.Mission One: Elektro-Motorrad mit Sex-Appeal
Ein Sprung aus dem Schwabenland über den großen Teich, in die USA. Dort wird die Mission One gebaut, ein Elektro-Motorrad, lautlos, emissionsfrei und: Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 240 km/h. Damit dürfte sie das weltweit schnellste Serien-Elektromotorrad sein. Mission Motors, ein kalifornisches Start-Up-Unternehmen, hat das Design des Zweirads irgendwo zwischen einem Stealth-Bomber und italienischen Edelrennern von Bimota oder Ducati angesiedelt. Aber im Klang ist die Mission One anders, ganz anders als andere Bikes. Es gibt keinen „Sound“. Das Motorrad setzt sich, bis auf ein dezentes Surren und das leise Rattern der Antriebskette, völlig lautlos in Bewegung. Mit reichlich Drehmoment und ohne jeglichen Schaltvorgang geht es wie an der Schnur gezogen vorwärts. Ab Motorstart – und Drehzahl Null – liegt, bis zur maximalen Drehzahl von 6.500 U/min, ein Drehmoment von satten 135 Nm an. Die Drehmoment„kurve“ ist eine flache Linie, eine Schaltung überflüssig. Hier kommt Drehmoment nicht aus Drehzahlen, es steht ständig zur Verfügung.
Geistiger Vater der Mission One ist Forrest North, der Gründer von Mission Motors. Er ist davon überzeugt, dass es bei der Konzeption eines E-Motorrads weniger Probleme gibt als bei der eines E-Automobils. Mit denen hat
North Erfahrung. Nur wenige Monate nach seinem Weggang von Tesla Motors, einem amerikanischen Elektroauto-Hersteller, startet der Fachmann für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkupacks 2007 sein neues Projekt. An seiner Seite: Edward West und Mason Cabot, die Erfahrungen bei Ducati und Google mitbringen.
North Erfahrung. Nur wenige Monate nach seinem Weggang von Tesla Motors, einem amerikanischen Elektroauto-Hersteller, startet der Fachmann für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkupacks 2007 sein neues Projekt. An seiner Seite: Edward West und Mason Cabot, die Erfahrungen bei Ducati und Google mitbringen.Besitzer der Mission One können verschiedene Einstellungen wie die Einstellungen des Gasgriffs und der Bremse am Laptop vornehmen. Neben der Brembo-Bremsanlage steht eine Elektro-Bremse zur Verfügung. Sie nutzt bei jedem Bremsvorgang die kinetische Energie zum Laden der Batterie. Am Getriebe kann man auch per Rechner nichts tunen. Es gibt keines. Ebenso fehlen alle für einen Verbrennungsmotor typischen Bauteile. Vergaser oder Einspritzung, Auspuff, Tank, Wasser-/Öl-Kühler, Fehlanzeige. All das, was manchem Motorradfahrer schon Ausfälle und Bastelstunden beschert hat, gibt es an der Mission One nicht. Das Fehlen der üblichen Motor- und Getriebe-Vibrationen verspricht zudem weitgehend ermüdungsfreies Fahren. Die Touren sind allerdings kurz, die maximale Reichweite des E-Bikes liegt bei 240 Kilometern. Eine Strecke, die bei „Vollgas“ – theoretisch – in einer Stunde zu schaffen wäre. Denn Erfahrungen mit andern Elektro-Fahrzeugen zeigen, dass die Lithium-Ionen-Akkus bei Volllast deutlich schneller entleert werden. Nach zwei Stunden an der Steckdose soll der Akku-Pack der Mission One voll aufgeladen sein. Zu den Beschleunigungswerten trifft Mission Motors bisher keine Aussage, aber Elektro-Motorräder sind gerade für rasante Beschleunigungswerte bekannt. Das schnellste Elektro-Motorrad der Welt, die Killacycle, schafft den Sprint von 0 auf 100 km/h in knapp einer Sekunde!
Limitierter Start ...
Die erste Baureihe der Mission One ist auf 50 Exemplare limitiert, seit Anfang 2010 werden sie ausgeliefert. Wegen des spektakulären Designs und der atemberaubenden Fahrleistungen hat die Mission One gute Chancen, zum neuen Statussymbol von Hollywood-Filmstars und Silicon Valley-Millionärenzu werden. Denn die
Anschaffungskosten sind für Normal-Sterbliche eine gewisse Hürde. Für den Mission One-Preis von rund 54.000 Euro bekommt man gleich drei Harley Davidson V-ROD.
Anschaffungskosten sind für Normal-Sterbliche eine gewisse Hürde. Für den Mission One-Preis von rund 54.000 Euro bekommt man gleich drei Harley Davidson V-ROD.Zero Motorcycles
Ebenfalls aus den USA kommt Zero, gleich mit vier verschiedenen Modellen im Segment der Elektro-Motorräder vertreten: Zero S, DS, X und MX. Die Bikes des Modelljahrgangs 2010 sollen eine verbesserte Akku-Technologie und damit bessere Beschleunigung bieten. Zero stieg 2007 mit der Geländevariante Zero X ins Motorradgeschäft ein. Sie ebnete den Weg für das ersten Straßenmotorrad, die 2009 eingeführte Zero S Supermoto. Neal Saiki, Erfinder und Gründer von Zero Motorcycles: „Es war von Anfang an unser Ziel, ein leistungsstarkes Elektromotorrad für den Straßenverkehr zu entwickeln, das die Branche grundlegend verändert. Das Zero S ist ein faszinierendes Motorrad, das mit jeder Straße, jedem Hügel und jedem Hindernis spielend fertig wird.“ Mit der Zero MX erweiterte das Unternehmen im gleichen Jahr seine Produktlinie um eine Motocross-Maschine. Jüngstes Modell ist die Zero DS, eine Kombination aus Gelände- und Straßenmotorrad, sie wurde im November 2009 in Europa vorgestellt.
„Unser Entwicklerteam hat alle vier Modelle komplett neu designt. Das Ergebnis ist mehr Leistung auf der Straße, ein neuer Look und ein unvergleichliches Fahrerlebnis", so Gene Banman, CEO von Zero Motorcycles. Vor allem das mit dem unvergleichlichen Fahrerlebnis stimmt. Die Zero S wiegt gerade mal 122 Kilo und hat eine Spitze von gur 105 km/h. Definiert der Fahrer bei einem herkömmlichen Motorrad Geschwindigkeit vor allem auch über Motorgeräusch, taucht er auf der Zero in eine neue Welt. Hier ist es still, bis auf ein wenig Kettenrattern. Das Drehen am Gasgriff setzt die Zero spontan in Vortrieb um. Da müssen keine Drehzahlen bemüht werden, um Drehmoment zu erzeugen, alles geht easy und selbstverständlich ab „Null“. Die S zieht ordentlich los, still und leise. Und ermöglicht so ein ganz anderes, völlig neues Erleben der Geschwindigkeit und der durchfahrenen Natur. Der Wind rauscht unter dem Helm, anfänglich fehlt der Motorsound und das Auspuffgeräusch. Aber man gewöhnt sich an die Stille, genießt sie sogar. Durch das geringe Gewicht ist die schmale Zero S mit ihrem Rahmen aus Flugzeug-Aluminium spielerisch leicht zu handhaben, beinahe wie ein Mountain-Bike. Neben dem geringen Gewicht erfreut das ordentliche Drehmoment ab Start. Die Zero S passt in die Stadt, für die Fahrt zum Büro oder zum Brötchenkauf, ebenso wie auf kurvige, verwinkelte Landstraßen. Ein neu entwickeltes Z-Force-Luftinduktionssystem soll überschüssige Motorwärme besser ableiten und so die Energie der Batterie besser
nutzen. Längere Laufzeit und mehr Leistung sind das Resultat der Maßnahme. Dennoch, je nach Topographie und Fahrstil ist nach rund 80 Kilometer Fahrstrecke Schicht im Schacht. Dann muss eine Steckdose her, Nachladen ist angesagt. Preis der Zero S: 9.995 Euro.
nutzen. Längere Laufzeit und mehr Leistung sind das Resultat der Maßnahme. Dennoch, je nach Topographie und Fahrstil ist nach rund 80 Kilometer Fahrstrecke Schicht im Schacht. Dann muss eine Steckdose her, Nachladen ist angesagt. Preis der Zero S: 9.995 Euro.Gleich teuer ist die Zero DS, eine Kombination aus Enduro und Straßenmaschine. Günstiger kommt man mit dem Gelände-Hoppser MX weg. Für sie werden 8.295 Euro aufgerufen. Günstigste Variante ist die X, die bereits ab 7.495 Euro zu haben ist. Herkömmliche Motorräder kommen günstiger, sind aber im Unterhalt teurer – und eben nicht emissionsfrei und leise. Übrigens kann es die Zero durchaus mit konventionell angetriebenen Maschinen aufnehmen. Bei einem Rennen in Gironville bei Paris belegte die MX in der Klasse der Elektromotorräder den ersten und im Gesamtklassement den dritten Platz. Dabei zog die Zero zog über dreißig Motorrädern mit Verbrennungsmotor davon.
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