16.02.2010 - 10:02
Ausgangspunkt für die Entwicklung
Ausgangspunkt für die Entwicklung des Typ 130 ist die allgemein schwierige Wirtschaftslage zu Beginn der 1930er Jahre und außerdem die erhoffte Massenmotorisierung, an der alle Automobilhersteller teilhaben wollen. Das fordert sie geradezu heraus, kleinere und preisgünstige Fahrzeuge zu entwickeln. Gerade die Marke Mercedes-Benz sieht sich gefordert, stellt sie bisher doch vor allem noble und teurere Fahrzeuge her. In Deutschland wird zunehmend
das Thema des Volkswagens prägend, eine Bezeichnung, die damals noch eine Gattung und gewünschte Ausrichtung benennt und nicht ein bestimmtes Fahrzeug.
das Thema des Volkswagens prägend, eine Bezeichnung, die damals noch eine Gattung und gewünschte Ausrichtung benennt und nicht ein bestimmtes Fahrzeug.Ein grundlegend neuer Entwurf
Die Daimler-Benz AG verschließt sich diesen Forderungen der Zeit nicht. Heraus kommt ein grundlegend neuer Entwurf für einen Heckmotorwagen. Die Hauptgründe aus damaliger Sicht nennen die originalen Verkaufsprospekte der 30-er Jahre: Der nach hinten verlagerte Motor ermöglicht eine bessere Raumausnutzung. Das gibt den Passagieren bei einem vergleichsweise kurzen Radstand nicht nur Platz, sondern auch den am besten gefederten Raum zwischen den Achsen und somit höheren Komfort. Zudem ist die gesamte Antriebseinheit zu einem Block konzentriert und kommt ohne Kardanwelle aus, was ein geringeres Gewichts und weniger Übertragungsverluste bringt.
Fortschrittliche Fahrzeugkonzepte
Es sei vorweggenommen: Zwar wird das Konzept über die Jahre weiter verfeinert und erlebt 1936 schließlich im Mercedes-Benz 170 H eine große Reife, doch letztendlich können sich Heckmotorautos noch nicht durchsetzen. Was hier geschildert wird, ist somit ein Beispiel für die konsequente Umsetzung fortschrittlicher Fahrzeugkonzepte in der langen Historie der Daimler AG. Erst 1998 folgt das Smart City-Coupé, das seit 2004 Fortwo heißt, wieder der Grundidee eines Heckmotorfahrzeugs.
VW „Käfer“
Dem Typ 130 gebührt das Verdienst, das Heckmotorkonzept, das vereinzelt schon in Kleinstwagen realisiert worden war, weiter entwickelt und bekannter gemacht zu haben – noch vor dem Auto, das später als VW „Käfer“ bekannt wird. Der erste Prototyp des „Käfer“ fährt im Oktober 1935 aus eigener Kraft. 1937 baut die Daimler AG im Werk
Sindelfingen als Auftragsarbeit 30 weitere Prototypen zwecks genauer Erprobung. 1938 wird die Volkswagenwerk GmbH gegründet, doch kriegsbedingt beginnt die Serienfertigung des „Käfer“ erst 1945. 1946 gelangt das Heckmotorfahrzeug schließlich in den Verkauf, rund zwölf Jahre nach dem Mercedes-Benz 130.
Sindelfingen als Auftragsarbeit 30 weitere Prototypen zwecks genauer Erprobung. 1938 wird die Volkswagenwerk GmbH gegründet, doch kriegsbedingt beginnt die Serienfertigung des „Käfer“ erst 1945. 1946 gelangt das Heckmotorfahrzeug schließlich in den Verkauf, rund zwölf Jahre nach dem Mercedes-Benz 130.Mercedes-Benz 170 H
Der Typ 130 erhält 1936 einen Nachfolger. Der Mercedes-Benz 170 H trägt als einziger Heckmotortyp das „H“ in der Modellbezeichnung, um ihn vom zeitgleich präsentierten Mercedes-Benz 170 V mit Frontmotor zu unterscheiden. Der Typ 170 H, der bis 1939 im Modellprogramm bleibt, räumt mit zahlreichen Nachteilen auf, die der Vorgänger noch hatte, und bietet ein deutlich kultivierteres Fahrverhalten.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mercedes-Benz 150; Konsequente Umsetzung; Große Modernität; Nachteil der Heckmotorwagen
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