18.01.2010 - 16:01
Dieser Tage aktueller denn je: das richtige Verhalten auf winterlichen Fahrbahnen. Neben Winterreifen sind ein sanfter Gasfuß ebenso gefragt wie eine gefühlvolle Fahrzeugbedienung. Um durchdrehende oder blockierende Räder zu vermeiden, kann auf der Ebene auf Glätte das Anfahren im zweiten Gang schon mal die einzige Möglichkeit sein, um in Fahrt zu kommen.
Eine Methode, die auch Experten der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung tolerieren. Anschließend sollte mit niedriger Motordrehzahl und sanften Lenkbewegungen weitergefahren werden. Leichter haben es Fahrer von Autos mit Getriebeautomatik, vor allem wenn eine mit Taste „Winterprogramm“ an Bord ist. Beim Anfahren auf Steilstücken darf die Elektronik (ASR) ausgeschaltet werden, um den Winterreifen einen höheren Schlupf zu ermöglichen; die Traktion wird verbessert.Weithin sollte der auch auf trockenen Fahrbahnen oftmals überschätze Sicherheitsabstand deutlich vergrößert werden: Dreimal so groß wie auf trockener Straße empfehlen ihn die GTÜ-Experten. In jedem Fall sollten kräftige Gasstöße oder abrupte Gaswegnahmen vermieden werden, allein diese Lastwechsel könnten das Fahrzeug ins Rutschen bringen oder ausbrechen lassen. Fahrmanöver und Lenkbewegungen sollten weich und rund absolviert und abrupte Aktionen möglichst vermieden werden. Kommt das Auto trotzdem ins Schleudern: auskuppeln und gegenlenken! Bei Bergabfahrten im Schnee ist es ratsam, die Bremswirkung der unteren Gänge zu nutzen. Dabei sanft einkuppeln, um blockierende Antriebsräder zu vermeiden.
Verfügt das Fahrzeug über kein ABS, ist zur Verzögerung auf glattem Untergrund auszukuppeln und sanft zu bremsen. Sind Räder blockiert, reagieren nicht mehr auf Lenkbewegungen. Deshalb kurz die Bremse lösen, um danach wieder dosiert zu bremsen. Mit ABS darf getrost voll gebremst und kann gelenkt werden.
Zu besonderer Vorsicht wird auf Brücken und schattigen Fahrbahnabschnitten wie in Waldpassagen geraten. Selbst bei Plustemperaturen hält sich Glatteis dort oft viel länger. Berücksichtigen sollte man auch, dass die Temperaturen im Umland gegenüber der Stadt um einige Grad niedriger liegen.
Machen elektronische Fahrerassistenzsysteme moderner Autos (ABS, ASR, DSC, ESP) das Fahren auch sicherer, so steckt doch auch ihnen die Physik die Grenzen. Und die werden auf Glätte häufig sehr eng gezogen. Deshalb sind bei allen Fahrzeugen Winterreifen unverzichtbar. Mit Sommerreifen sei die sicherheitsfördernde Wirkung der elektronischen Helfer reduziert oder fehle völlig, warnt die GTÜ. Sie seien ein Gebot der Vernunft.
auto.de/(auto-reporter.net/rp)
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